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March 23, 2008

ONE WORLD - ONE DREAM

Wie bitte, was soll das sein? Ein Motto für olympische Spiele?
Was eint die Welt, was ist der Traum?
Ist es angesichts der Vorfälle rund um den Erdball nicht einfach peinlich, dass das IOC um des lieben Geldes selbst Menschenhändlern, Kriegstreibern, Billigplastikproduzenten und Sklavenhändlern im Namen aller erlaubt, olympische Spiele auszurichten?
Natürlich kann es jetzt nicht mehr um einen Boykott der Spiele gehen, würde dieser doch nur dazu führen, dass noch offener und unverhohlener Unrecht mit Hilfe der Medien in Recht verwandelt würde.
Lieber nehmen Sportfunktionäre, Wirtschaftsbosse, Bankvorstände und ihre Handlanger die Politiker in Kauf, dass Menschen unterdrückt, gequält oder ganz generell um ihre Menschenrechte betrogen werden, als dass Wachstum und Aktienkurs ihrer Unternehmen nicht gemäß den Vorgaben wachsen. Die Scheinheiligkeit der Wirtschaftsbosse und der Politiker ist grenzenlos, sie trauen sich weder die Wahrheit zu sagen noch dem Riesendrachen China Konsequenzen anzudrohen, die traurige Wahrheit ist, sie sind gefangen in ihren Abläufen, sie können nicht, selbst wenn sie wollten, den ohne China geht ihr Plan vom "reich werden" nicht auf. Und mal ehrlich, wenn Entscheidungsträger verstehen würden, dass Geld keine Moral hat, sondern sie diejenigen sind, die moralisch zu handeln haben, könnte man auch ohne Vorbehalte an Gott glauben.
Seit 10:55 heute morgen brennt das olympische Feuer. Es müssten, so will es die olympische Tradition rund um den Erdball die Waffen schweigen, geschähe dies nicht, fänden keinen olympischen Spiele statt. Kein Olympia wenn Krieg herrscht? Ein böser Scherz im Jahre 2008!
Wäre es nicht die oberste Pflicht, der veranstaltenden Organisation, also des IOC's dem lokalen Veranstalter nahezulegen, sich an diese Tradition zu halten? Müsste nicht weltweit jede Nation, die Sportler nach Peking schickt seit heute morgen, jede Feindseligkeiten einstellen?
Die Wahrheit ist so einfach wie frustrierend: Es geht um das Geschäft, es geht um Milliarden.
Da geben IOC-Mitglieder stammelnd Interviews und freuen sich auf Spiele im "neuen China", sprechen von einem "Land im Wandel", das sich der Weltöffentlichkeit neu präsentieren möchte. Machen wir uns folgendes klar, hätten wir nicht Länder wie China, die bereit wären, ihre eigenenen Völker auszubeuten, würde der ganze Globalisierungsquatsch nicht funktionieren. Mal ganz abgesehen davon, dass der chinesische Markt gigantische Gewinnchancen bei kalkulierbarem Risiko verheisst. Chinesen möchten neue Sportschuhe, Chinesen mögen Cola, Chinesen stehen auf deutsche Autos, Chinesen demonstrieren und streiken nicht, wenn es zu wenig Geld gibt oder die Arbeitsbedingungen schlecht sind.
Chinesen halten einfach das Maul und machen die Arbeit, was sollen sie auch machen, wenn sie aufmucken verschwinden sie einfach oder werden zu Propagandazwecken vor Kameras gedemütigt.
Der Unternehmenssprecher einer großen internationalen Sportmarke verkündet das Sponsering der Spiele habe sich für seine Company jetzt schon gelohnt, man werde sicherlich nach den Spielen in China Marktführer sein. Die TV-Stationen haben mehr als 1,1 Milliarden Euro für das Recht bezahlt die Spiele zu übertragen, da macht man jetzt keine Rückzieher, schließlich soll das angelegte Geld ja vermehrt werden.
Wäre es nicht auch die Aufgabe der Sportler den Funktionären klar zu machen, dass dies nicht die Voraussetzungen für olympische Spiele sind? Natürlich ist es den Sportlern nicht anzulasten, dass sie sich messen wollen, aber misst man sich im sportlichen Wettkampf, wenn an anderer Stelle gemordet wird, ist es nicht ihre olympische Plicht, auch wenn sie trainiert und sich darauf vorbereitet haben ein klares und deutliches Signal an ihre eigenen Sportfunktionäre und Politiker zu senden?
Ja, wäre es, aber auch die Sportler belassen es lieber dabei sich auf die Medien und die Politiker zu verlassen und der gemeine Mensch belässt es dabei, ein paar E-Mails weiterzuleiten, damit zumindest das Gewissen beruhigt ist.
Die traurige Wahrheit ist, Geld hat kein Gewissen und wer erst einmal ein Knecht des Geldes ist, der drückt lieber den Abzug durch, als die Waffe zu entladen. Fairer Kampf sieht anders aus, aber Fairness, traditionell die Voraussetzung eines sportlichen Wettkampfes ist nun einmal kein Zahlungsmittel.
Auf den Punkt bringt es ein bekanntes Finanzmagazin im aktuellen TV-Spot: "Now more then ever, we live in financial times!"

Posted by terrible at 1:10 PM